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FREUNDE OHNE GESICHTER

Wir sitzen, wir schreiben und starren auf unsere Bildschirme.
Wir müssen uns alle fragen, was dies möglicherweise bedeutet.
In einer Benommenheit wandern wir mit unserer Maus
wie durch die Zimmer in einem Irrgarten herum,
etwas oder jemanden suchend.

Wir plaudern miteinander, wir schreiben allen unseren Jammer.
Kleine Gruppen sind es, die wir formen und sogar Bande
mit unseren Feinden knüpfen.

Wir warten auf jemanden, der unseren Namen anschreibt.
Wir wollen Anerkennung, aber es ist immer das Gleiche.
Wir geben Küsse, Umarmungen und flirten manchmal.
Im Internet reden wir über das, was uns schmerzt.
Wir formen Freundschaften, aber warum wissen wir nicht.

Aber einige dieser Freundschaften gedeihen und wachsen.
Warum können wir über diesen Bilderschirm so kühn sein?
Oft unsere Geheimnisse preisgeben, die wir nie verraten hätten.

Warum teilen wir die Gedanken mit jenen, die wir nicht
sehen können, so, als ob wir blind wären?
Die Antwort ist einfach, es ist so klar, wie reines Wasser.
Wir haben unsere Probleme und brauchen jemanden,
um darüber zu reden.
Wir können es im wirklichen Leben niemandem sagen,
so müssen wir uns dem PC zuwenden und jemanden suchen,
dem wir es erzählen können.

Obwohl es verrückt ist, bleibt es immer eine Tatsache:
Sie sind FREUNDE OHNE GESICHTER mit
merkwürdigen kleinen Namen.

( Verfasser Unbekannt )

Hab Dich noch nie gesehen
und doch kenne ich Dich.
Kann dich auch sehr oft verstehen,
ohne Dir in die Augen zu sehen.

Lache auch sehr oft mir Dir,
wenn du auch nicht bist bei mir.
Du bist wie der Vollmond in eisiger Nacht,
nur Dein Lächeln berührt mich ganz sacht.

Erzähl mir was Dir auf der Seele brennt,
den Kummer den sonst keiner kennt.
Du bist mein Freund, so fern und doch so nah,
ich denke an Dich und bin für Dich da.

Freundschaft mit Worten die alles sagen,
so soll es sein an allen Tagen.

Wie tröstlich müsste es sein,
mit einem Menschen,
dessen Herz ganz dem eigenen gleicht, vertraut zu plaudern
und sowohl besondere wie alltägliche
Dinge ohne Scheu mit ihm zu besprechen.

~*~

*
~*~

Aber einen solchen gibt es wohl kaum, und passt man sich
daher bei einer Unterhaltung den Meinungen des
Anderen an, so fühlt man sich einsam.

(Yoshida Kenkó)