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Willkommen, lieber Winter,
Willkommen hier zu Land!
Wie reich du bist, mit Perlen
Spielst du, als wär' es Sand!

Den Hof, des Gartens Wege
Hast du damit bestreut;
Sie an der Bäume Zweige
Zu Tausenden gereiht.

Dein Odem, lieber Winter,
Ist kälter, doch gesund;
Den Sturm nur halt' im Zaume,
Sonst macht er es zu bunt!

Schnee ans Fenster fällt,
Lang die Abendglocke läutet,
Vielen ist der Tisch bereitet
Und das Haus ist wohlbestellt.
Mancher auf der Wanderschaft
Kommt ans Tor auf dunklen Pfaden.
Golden blüht der Baum der Gnaden
Aus der Erde kühlem Saft.
Wanderer tritt still herein;
Schmerz versteinerte die Schwelle.
Da erglänzt in reiner Helle

Sie decken alles zärtlich zu.
Wie eine Mutter ihr schlafendes Kind.
Wohltuend für alles ist die Ruh.
Komm an das Fenster, schau geschwind.

Schneeflocken wirbeln durch die Luft.
Sie sind so zahlreich, klein und dünn.
Im Zimmer schwebt ein Mandelduft.
und zaubert Stimmung in den Sinn.

Bleibt sie denn liegen diese Pracht?
Er wird sich in der Nacht vermehren.
Das Kind träumt von der Schneeballschlacht.
Die Oma denkt schon an das Kehren.

Noch ohne Eis ruht still der See;
trist liegen Feld und Wiesen da,
bereit schon, wie im letzten Jahr,
für dieses Winters ersten Schnee.

Im Zimmer steht ein Tisch bereit;
er soll bald, an den Hohen Tagen,
den reichgeschmückten Christbaum tragen:
Es liegt vor uns die Weihnachtszeit.

Viel Licht und Farben in der Stadt;
sie machen Herz und Sinne offen.
Und auch die Börsen, will man hoffen:
Gelobt sei, wer viel Wünsche hat!

Doch sind wir auch fürs Fest bereit?
Nebst Eis und Schnee, statt Tand und Gaben,
wolln Frieden wir und Liebe haben
und schenken Zuwendung und Zeit!

Ein Bettelkind schleicht durch die Gassen -
Der Markt lässt seine Wunder sehn:
Lichtbäumchen, Spielzeug, bunte Massen.
Das Kind blieb traumverloren stehn.

Aufseufzt die Brust, die leidgepresste,
die Wimpern sinken tränenschwer.
Ein freudlos Kind am Weihnachtsfeste -
Ich weiß kein Leid, das tiefer wär.

Das Schönste hat sie längst, das Beste,
Ihr Herz ist satt und wünscht nichts mehr.
Ein freudlos Kind am Weihnachtsfeste -
Ich weiß kein Leid, das tiefer wär.

Doch gälts in Wahrheit zu entscheiden,
Wer des Erbarmens Preis verdient -
Ich spräch: Das ärmste von euch beiden
Bist du, du armes reiches Kind!